Nordbahnhof Ingolstadt

  • In das Gebäude des Nordbahnhofs Ingolstadt sind ein Reisezentrum, Büros und ein Parkhaus integriert. 224 um das Gebäude verlaufende Beton-Lisenen geben ihm ein einheitliches Äußeres.

  • Im zurückversetzten Erdgeschoss ist ein Reisezentrum mit Busbahnhof untergebracht.

  • 28 unterschiedliche Fertigteilformen für die Lisenen waren notwendig, um den Eindruck einer umlaufenden Sinuswelle darstellen zu können.

  • Die Oberfläche der Lisenen ist dem Naturstein Travertin nachempfunden. Dazu wurden NOEplast Strukturmatri-zen in die Fertigteilschalungen eingelegt. Architekt Zurmöhle meinte dazu: „. . . die Beton-Oberfläche sah einfach immer perfekt aus“.

  • Die elfenbeinfarbigen Lisenen sehen natürlichem Travertin täuschend ähnlich. Nur ein Fachmann erkennt den Unterschied. Durch den Einsatz der NOEplast Strukturmatrize Travertin konnten kleinere Unebenheiten kaschiert werden.

  • Eine logistische Herausforderung: Transport und wind-sichere Montage der über 13 m langen Lisenen am Nord¬bahnhof Ingolstadt.

  • Die Oberfläche der Lisenen ist dem Naturstein Travertin nachempfunden. Dazu wurden NOEplast Strukturmatri-zen in die Fertigteilschalungen eingelegt. Architekt Zurmöhle meinte dazu: „. . . die Beton-Oberfläche sah einfach immer perfekt aus“.

Sinuswelle als Fassade

Nordbahnhof Ingolstadt:
Elfenbeinfarbige Beton-Lisenen mit einer Travertin Steinstruktur geben Bahnhof unverwechselbares Aussehen

Der Norden Ingolstadts hat einen neuen Bahnhof. Dessen Fassade ist geprägt von schmalen vertikal angeordneten elfenbeinfarbigen Beton-Lisenen deren Ausbuchtungen in der Flucht die Form einer Sinuswelle haben. Dadurch werden die unterschiedlichen Gebäudenutzungen zusammengefasst und ein einheitliches Äußeres entsteht. Die Oberflächenstruktur dieser Lisenen ist dem Naturstein Travertin nachempfunden. Möglich machten dies NOEplast Strukturmatrizen.

Architektur

Mit dem Bau des neuen Bahnhofs nördlich der Altstadt ist unter der Federführung der Münchner Planungsbüros Zurmöhle Architekten München und Maier Neuberger Projekte GmbH eine zentrale Verkehrsdrehscheibe ent­standen.

Das neue Bahnhofsgebäude besteht aus einem Bürogebäude mit angegliedertem Parkhaus und einem Busbahnhof mit Reisezentrum im Erdgeschoss. Das Bürogebäude verfügt über drei Obergeschosse, das Parkhaus über vier Parkgeschosse und ein Dachgeschoss. Die Fassade wird mit 224 Fertigteilelementen, jedes 13,20 m lang, so be­stückt, dass deren jeweilige Ausbuchtungen in der Flucht die Form einer Sinuswelle ergeben.

Um dem Neubau einen leichten, fast schwebenden Ein­druck zu verleihen, entschieden sich die Architekten dafür, das Erdgeschoss des Bahnhofs so unauffällig und offen wie möglich zu gestalten. Deshalb verzichteten sie in diesem Bereich auf eine normale Fassade und ständerten das Gebäude auf mehrere Wandscheiben sowie 13 Rundstützen. Die darüber liegenden Stockwerke haben je nach Nutzung völlig unterschiedliche Geschoss­höhen. Diese unterschiedlichen Nutzungen und Raumhöhen stellten die Architekten vor eine knifflige Aufgabe. Denn ihr Ziel war es, dem Gebäude eine homogene Fassadenoptik zu verleihen. Zunächst sahen sie vor, das komplette Gebäude mit den Aluminium-Elementen zu verkleiden. Doch die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe und ein Großteil der Bevölkerung lehnten diesen Entwurf ab. Infolgedessen kamen die Planer auf die Idee, das Gebäude mit schlanken, vertikal angeordneten Sichtbeton-Lisenen zu versehen. Diese sollten sich wie Rippen über das Gebäude legen und somit alle Funktionen optisch miteinander verknüpfen. Um den rippenähnlichen Eindruck zu unterstützen, mussten die Lisenen elfenbeinfarbig bzw. cremeweiß sein. Aus diesem Grund verwendeten die Verantwortlichen Weißzement, der mit Hilfe von gelben Pigmenten eingefärbt wurde.

Beton-Lisenen

Den Architekten war es wichtig, dass die Fassade in sich geschwungen ist und so ein starrer Eindruck vermieden wird. Dementsprechend zeichnen die Lisenen die Form einer Sinuskurve nach. Doch die Planer befürchteten, dass es nicht möglich sei, die Lisenen in der gewünschten Qualität zu erstellen. Folglich suchten sie nach einer Lösung und fanden sie in den NOEplast Strukturmatrizen von NOE-Schaltechnik, Süssen. Eckart Zurmöhle, der leitende Architekt des Projektes, sagt hierzu: „Weil wir befürchteten, dass es zu teuer würde die Lisenen scharfkantig zu realisieren, gingen wir die Flucht nach vorne an und strukturierten sie mit Hilfe der Schalungsmatrizen von NOE. So konnten Unebenheiten kaschiert werden. Die Beton-Oberfläche sah einfach immer perfekt aus.“ Auf die Frage, warum sich die Planer für die Matrizen aus dem Hause NOE entschieden, antwortet er: „Unsere Partner vom Büro Maier Neuberger Projekte GmbH nutzen schon lange die Matrizen dieses Herstellers und sind sehr zufrieden. Da lag es eben nahe, sie auch in Ingolstadt zu verwenden.“ In der Tat sind schon seit über 40 Jahren Strukturmatrizen unter dem Markennamen NOEplast auf dem Markt. Hierbei bietet der Hersteller neben einem umfangreichen Sortiment an Standardmotiven auch die Möglichkeit, spezielle Wünsche zu realisieren, z. B. individuelle Schriftzüge, Zahlen und Wappen.

Schalungsmatrizen

Beim Nordbahnhof in Ingolstadt fiel die Wahl der Planer auf die Strukturmatrize Travertin. Sie gibt die leicht poröse Oberflächenbeschaffenheit des Natursteins sehr gut wieder. Ein großer Vorteil von NOEplast ist, dass sie bis zu 100-mal verwendet werden kann und so mit jedem Einsatz Kosten spart. Dies machte sich das Wertach Fertigteilwerk GmbH aus Pforzen zunutze: Um die insgesamt 224 Lisenen des Bahnhofs herzustellen, benötigten dessen Mitarbeiter 28 Schalungsformen, die mit der Strukturmatrize ausgekleidet waren. Jede von ihnen wurde knapp 50-mal verwendet.

Für eine präzise Wiedergabe der Struktur im Beton ist es sinnvoll, die Matrizen gut in der Schalung zu fixieren. Bei Baustellen bedeutet dies meist, dass sie auf die Schalung geklebt wird. Alternativ können die Strukturmatrizen auch auf einen Sparbelag geklebt werden, der dann auf die Schaltafeln montiert wird.

Im Fertigteilwerk genügt es normalerweise, die Strukturmatrizen auf dem Rütteltisch in die Form einzulegen. Sie sind in der Regel durch ihr Eigengewicht ausreichend fixiert. Nachdem die Matrize ordnungsgemäß eingebracht wurde, kann der Beton eingefüllt werden. Sobald dieser ausgehärtet ist, löst der Anwender das Betonelement, wodurch das Relief sichtbar wird.

Service

Um seinen Kunden die Arbeit so einfach wie möglich zu machen, bietet NOE-Schaltechnik einen einzigartigen Service an: Auf Wunsch montiert das Unternehmen die Matrizen auf der Betonschalung bzw. einer Trägerplatte und liefert die Elemente einsatzfertig aus. Dies ist vor allem bei Ortbetonbaustellen eine große Arbeitserleichterung.

Die besondere Schwierigkeit lag für das Wertach Fertigteilwerk jedoch nicht im Bau von 28 Schalungsformen, obwohl diese infolge der geschwungenen Lisenen-Geometrie recht anspruchsvoll waren. Die eigentliche Herausforderung lag im Transport und in der Montage der Elemente. Bei einer Länge von 13,20 m, einer Breite von 20 cm und einer Höhe von zum Teil nur 15 cm bestand die größte Schwierigkeit darin, die Lisenen unbeschädigt zur Baustelle zu transportieren und windsicher am Gebäude zu montieren. Dass dies dem ausführenden Unternehmen Montec aus Münsterhausen hervorragend gelang, beweist die hohe Zufriedenheit der Bewohner und der Besucher Ingol­stadts.

Bautafel:

  • Bauherr:
    IFG Ingolstadt GmbH, Ingolstadt
  • Architekten:
    Zurmöhle Architekten, München
    Maier Neuberger Projekte GmbH, München
  • Bauleitung:
    Commendas projektmanagement GmbH, Ingolstadt
  • Ausführendes Bauunternehmen:
    Xaver Riebel Bauunternehmung GmbH & Co. KG, ;Mindelheim
  • Fertigteilwerk:
    Wertach Fertigteilwerk GmbH, Pforzen
  • Montagearbeiten:
    Montec, Münsterhausen